Wo Leitungen undicht werden
Die meisten Schäden entstehen an denselben Stellen. Wer sie kennt, findet die Ursache schneller – und saniert nicht nur den Fleck an der Decke.
Fallstränge, Anschlüsse, Entlüftung
Undichter Abzweig
Der häufigste Schaden überhaupt: Am Abzweig, an dem die Wohnung an den Fallstrang angeschlossen ist, wird die Unterseite undicht – genau dort, wo das Abwasser ständig drüberläuft. Das Wasser tritt aus und läuft außen am Rohr hinunter, bis es an einer Rohrschelle oder am Deckendurchbruch hängen bleibt.
Deshalb zeigt sich der Schaden oft ein Stockwerk tiefer: als feuchte Stelle an der Decke, als nasse Wand und am Ende als Schimmel.
Korrodierte Entlüftungsleitung
Über die Entlüftung entweichen die Gase aus dem Abwassersystem. An der kalten Rohrwand schlägt sich Kondensat nieder, das zusammen mit den Gasen aggressiv wird und Leitungen aus Grauguss oder SML von innen zersetzt.
Besonders betroffen sind waagerecht verzogene Abschnitte ohne ausreichendes Gefälle: Dort bleibt das Kondensat stehen, bis die Oberschale des Rohres aufbricht.
Angebohrte Leitung
Bei Kunststoffleitungen die häufigste Schadensursache: Beim Aufhängen eines Schranks oder Spiegels trifft der Bohrer die Leitung hinter der Fliese. Das Wasser läuft unbemerkt in der Vorwand ab.
Bemerkt wird der Schaden meist erst, wenn in der Wohnung darunter ein Wasserfleck auftaucht.
Falsch montierte Muffe
Die zweithäufigste Ursache bei Kunststoffleitungen: Das Rohr wurde nicht bis zum Anschlag eingeschoben oder der Dichtring beim Zusammenstecken aus seiner Sicke gedrückt. Der Ring ragt dann ins Rohr, die Verbindung ist undicht – und am Ring bleiben Ablagerungen hängen.
Korrosion in Gussleitungen
Alte Gussleitungen rosten von innen. Rostknollen wachsen in den Querschnitt, die Wand wird dünner, bis Risse entstehen oder das Rohr durchrostet.
Grauguss: Rost und Inkrustation – nicht mehr dicht
Gewerbefläche in Mülheim an der Ruhr, Baujahr 2014. Eine Sammelleitung DN 200 aus Grauguss führt Schmutz- und Regenwasser aus dem Gebäude; hinter der Wand liegt sie im Erdreich, 2,5 Meter unter der Geländeoberkante. Aufgefallen ist der Schaden durch Rückstau und einen Wasserschaden im Lager. Die Kamerabefahrung zeigte dann die Ursache: Rostschuppen lösen sich von der Rohrwand, verkeilen sich mit harten Ablagerungen und haben den Querschnitt nahezu vollständig verschlossen.


Grund- und Anschlussleitungen
Wurzeleinwuchs
Wurzeln suchen Wasser – ein haarfeiner Spalt an der Rohrverbindung reicht ihnen. Im Rohr verzweigen sie sich zu einem dichten Geflecht, an dem Papier und Fett hängen bleiben, bis die Leitung immer wieder verstopft. Jedes Jahr drücken die Wurzeln die Verbindung weiter auf.
Undichte Muffe
Setzungen, Verkehrslast oder ein verhärteter Dichtring lassen die Rohrverbindung auseinanderwandern. Durch den Spalt drückt Grundwasser in die Leitung – oder Abwasser versickert im Boden und spült ihn mit der Zeit aus.
Riss und Wandausbruch
Ältere Leitungen aus Steinzeug oder Beton reißen unter Last. Aus Rissen werden Scherben, die herausbrechen; Erdreich rieselt ein, lagert sich ab, und um das Rohr entsteht ein Hohlraum.
Inkrustation
Kalk, Urinstein und Fett bilden harte Krusten an der Rohrwand. Der Querschnitt wird immer kleiner, das Abwasser staut sich, Schmutz bleibt an der rauen Oberfläche hängen.
Verformtes Rohr
Ist der Rohrscheitel eingedrückt oder die Leitung eingebrochen, liegen Scherben und Erdreich im Rohr. Eine Innensanierung ist dann nicht mehr möglich.
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